Boßeln

Ansprechpartner: Siegfried NENTWIG, Tel. 04486 - 1641

14 tägig Sonntags, 10.00 - 11.30 Uhr

 

Boßel-Termine 2016:

29.05 - 12.06 - 07.08 - 21.08 - 04.09 - 18.09 - 02.10 - 16.10 - 30.10 - 13.11 - 27.11 - 11.12

 

Boßeln ist ein Ableger des Klootschießens und in Weser-Ems fast so verbreitet wie Fußball. Beim Klootschießen wird auf einer ca. 20 Meter langen Sisalmatte Anlauf genommen, mit Schwung am Ende auf einer kleinen Rampe abgesprungen, um so eine Holzkugel weit hinauszuschleudern. Gemessen wird dann, je nach Wettkampfart, bis zum Aufprall nach dem "Flüchten" oder wenn sie nach dem "Trüllen" liegen bleibt. Hierzulande ist der wohl bekannteste Wettkampf, der alljährlich stattfindet, der 100 gegen 100 Oldenburg gegen Ostfriesland.
Geschichtlich liegt der Ursprung des Klootschießens wohl in den kriegerischen Auseinandersetzungen. Mit schweren Holzkugeln versuchte man den Feind auf Distanz zu halten. Einer anderen Theorie zufolge hatte das Klootschießen seinen Ursprung im Treibgutfischen. Hier wurde ein Band an einen Kleiekluten gebunden, um so Treibgut ans Ufer zu holen. Der beste Werfer konnte so die besten Stücke für sich beanspruchen.
Ob Klootschießen oder Boßeln, Ziel ist es möglichst hohe Weiten zu erreichen. Das hat nicht nur was mit Kraft zu tun. Vielmehr ist hier der Techniker in den friesischen Disziplinen gefragt. Fast schon zur Glaubensfrage unter den Könnern (Profis) sind die drei verbreitesten Wurftechniken. Hier unterscheidet der Fachmann unter: "Över d' lüttje Finger" - "Över d' Dumm" oder "Liek ut Hand" - mit welcher Kurventechnik allen Eventualitäten der Straße getrotzt werden kann.
Vollständig ist die Disziplin allerdings beim Friesischen Fünfkampf, d. h. Straßenboßeln mit der Pockholzkugel, mit der Gummikugel, dem Weideboßeln, Klootschießen und Schleuderball. Wie der der Boßelsport im Sportverein Eintracht Wildenloh Einzug erhielt erfährt am besten von den Gründern selbst. Auch wenn die drei erwähnten Gründer nicht mehr bei uns auf Erden sind, kann man aus dem Text von Willi Schröder erkennen: Hier wird immer noch im Geiste der Gründer geboßelt; und vergessen sind die drei sicher nicht. Hier der Originaltext zur Gründung der Abteilung vom 1. Boßelobmann Willi Schröder:
 
 
                                              Karl-Heinz von Hof und Willi Schröder
 
De Boßelköppel van SV Wildenloh
Boßeln nennt man ok "Dat Heimatspill", darum gehört plattdütsch äs use Moderspraak darto.
In't Jahr 1977 wer dat woll, äs Edo Eden, Karl-Heinz von Hof un ik bi'n lüttjen Schluck Sitten un sik wat verteilen dehn. De "lüttje Bürgermeister" har in'n Gemeenderat Arger um dat Boßeln kregen un weer up disse Lüd nich good to spreken. Ik weer domals noch aktiv in'n Vereen un stund natürlich de Boßelers bi und meende, wi kunnen dat Boßeln jo mal bi us versöken. Uterdem weer noch een Rundschrieben loslaaten in use Siedlung. So gung dat denn ok tatsächlich los. Toerst hebbt wi us een Spann Boßeln utlehnt. Wiel de meesten Amatöre weern, gung dat mit de Genauigkeit ers nich so rech, over dat wur van Mal to Mal beter. Vandagen hebbt wi so an de twintig Mann un all veertein Dag geiht dat up deStraat. Achterna gifft dat meest noch een lüttjen Schluck un'n Buddel Beer, dat hört
dor bi us eenfach mit to.
Jedet Johr eenmal geiht dat dorum, wer woll de "Beste" is? Darför hebbt wi twe
Pokale för dat Smieten mit Gummikugeln, een Pokal för Pockholt un de Fronslü
smiet ok noch een Pokal ut. De Kinner smiet ok un kriegt ok wat af.
Gegen annere Vereene hebbt wi noch nich boßelt, dat kumt awers ok noch.
Eens steiht fast, wi hebbt dor bit van dage ümmer veel Spoß bi hat un use lüttje
Börgermeister, de ok use Vorstand is, mokt sülws ganz geern mit.
He meent ümmer: "Dat is ne kernige Truppe!"
Dat wi all Mitglieder in Sportvereen Wildenloh wurn sünd, ergew sik van sülws.
(Willi Schröder)

 

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